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Digitale Marketing Trends 2021

von | Jun 14, 2021 | Online Marketing

18 Minuten durchschnittliche Lesezeit

Digitale Marketing Trends ändern sich von Jahr zu Jahr und entwickeln sich zusammen mit den technischen Möglichkeiten weiter. Schon oft habe ich darum in der Vergangenheit Trendlisten erstellt. Doch diese unterscheidet sich von anderen. Im letzten Jahr haben wir die größte Herausforderung unserer modernen Zeit gemeistert. Die Corona-Situation hat weltweit Einfluss auf uns Menschen, sowohl im Privatleben, als auch beruflich.

Die Digitalisierung musste sich dadurch um einiges schneller entwickeln, als wir alle ahnen konnten. Nicht jedes Unternehmen konnte die Umstellung problemlos meistern und viele Branchen litten und leiden immer noch enorm.

Das hat zur Folge, dass sich die Trends in diesem Jahr weit mehr von den bisherigen unterscheiden. Die Entwicklungsgeschwindigkeit hat sich verdoppelt. Aber in welche Richtung bewegen wir uns?

Allgemeine Marketing-Entwicklung

Durch den Wegfall persönlicher Kontakte haben mehr Unternehmen als üblich den Shift in die Digitalisierung gewagt. Und da der Markt durch Angebot und Nachfrage bestimmt wird ist folgendes passiert:

  • Mehr Unternehmen schalten online Werbung, die Sichtbarkeit sinkt
  • Es gibt mehr Tools und Angebote um Unternehmern mit der Digitalisierung zu helfen. Gerade auch von großen Anbietern

Bisher gut funktionierende Marketing Funnel funktionieren mittlerweile nicht mehr einfach nur „out of the box“. Und ich rate jedem, der bei heutzutage einem „Marketing Funnel Online Kurs“ mitmacht zu bedenken, dass er damit einer von vielen ist und die Sichtbarkeit darum umso geringer ausfällt.

Welche Alternativen es beispielsweise es gibt, erfährst du beispielsweise hier in unserem Artikel über den Facebook-Funnel.

Welche digitalen Marketing-Trends entstehen 2021 dadurch?

Influencer-Marketing

Influencer Marketing

Auch wenn Influencer an sich nichts Neues sind, erlebt das Influencer-Marketing nochmal einen Push. Gerade für junge Generationen sind Influencer die ausschlaggebende Kaufentscheidung.

Influencer sind Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen und meist auf kreative Art und Weise Inhalte erstellen. Unabhängig von anderen Definitionen aus einem Lexikon, ist ein Influencer eine Person, die andere beeinflussen kann. Trägt ein Influencer bestimmte Kleidung oder nutzt bestimmte Produkte, dann kommt bei den Fans der Wunsch nach eben diesem Produkt auf. Dieser Effekt kann natürlich unbeabsichtigt passieren oder aktiv genutzt werden, was man dann als Influencer-Marketing bezeichnet.

Wer ist ein Influencer?

Influencer können Blogger sein, Social Media Persönlichkeiten, Promis, alles dazwischen und vieles mehr. Der Bekanntheitsgrad kann variieren. So kann eine Person mit 500 Followern ebenso ein Influencer sein, wie eine mit 500.000. Mit steigender Follower-Anzahl steigt die Bekanntheit und damit die Reichweite, es sinkt aber auch die Engagement-Rate, die Streuverluste nehmen zu und die Kosten steigen. Kleinere Unternehmer können also auf jeden Fall auch von kleineren Influencern profitieren.

Es gibt Agenturen, die Influencer und Werbetreibende zusammen bringen. Gerade bei kleineren Influencern lohnt es sich aber auch selbst zu suchen. Bitte denke daran, dass Influencer meist ihr Geld mit dieser Art von Kooperationen verdienen. Es ist sehr unhöflich, deren Arbeit nur mit kostenfreien Produkten zu vergelten.

Du kannst hierzu nach bestimmten Hashtags suchen, die für die relevant sind. Du kannst eine Google Suche betreiben oder über Netzwerke gehen. Letzteres bedeutet, dass Influencer sich oft gegenseitig kennen, gerne verlinken, reposten oder weiterempfehlen.

Du solltest bei der Auswahl des Influencers auf folgende Punkte achten:

  • Relation zwischen Followern und Engagement bei den Posts
  • Wachstum: gleichmäßig wachsend? Ein großer Sprung weißt auf den Kauf von Followern hin.
  • Content-Dichte: wie oft postet der Influencer? ist er regelmäßig aktiv oder sporadisch?
  • Erwähnungen und Reposts: wie reagiert die Community auf den Influencer?

Beobachte bitte auch, wie der Influencer und dessen Content inhaltlich zu dir passen. Wie ist der Sprachstil? Welche Meinung drückt er aus und wie tut er das? Ist er sympathisch, arrogant, selbstbewusst oder schüchtern? Passt er zu dir und deinem Produkt? Wie ist die Qualität der Postings?


Plattform-Synergien nutzen

Das Angebot an digitalen Unternehmen vergrößert sich rasant. Es ist schwieriger sichtbar zu werden. Das hat zur Folge, dass es auch teurer wird und zwar potentiell. Das heißt: Es war (kurzfristig gesehen) schon immer mehr Aufwand den eigenen Online Shop zu vermarkten, als seine Produkte auf Amazon anzubieten. Zukünftig wird das noch sehr viel teurer werden, wohingegen der Vertrieb über größere Plattformen nur etwas teurer wird.

Nutze die Sichtbarkeit der großen Plattformen aus. Egal ob Amazon, ebay, etsy, Spotify oder Youtube, hier suchen die Menschen als erstes. Der Shift deiner Bekanntheit weg von einer solchen Plattform ist zwar nochmal eine Hürde, diese kann aber dank dem richtigen Marketing ebenfalls gemeistert werden, solange die Sichtbarkeit da ist.

Crossmedia Marketing kann auch ganz bewusst analoge Elemente wie Paketbeilagen enthalten. Es geht vor allem darum, dass man die Marke oder deinen Namen schon gehört hat.


Kooperationen

Eine gute Möglichkeit der erschwerten Sichtbarkeit entgegenzuwirken sind Kooperationen. Es gibt hunderte von Menschen, die das gleiche Angebot haben wie du und trotzdem bist du einzigartig. Dass die Angebote von dir angeboten werden, macht sie einzigartig. Es gibt niemand zweiten der genauso ist wie du. Darum musst du auch keine Angst haben, dich mit anderen zusammenzutun, die ein ähnliches Angebot haben wie du.

Gerade in sozialen Medien könnt ihr so gegenseitig von eurer Reichweite profitieren. Beide Parteien werden Sichtbarkeit gewinnen und keiner wird Sichtbarkeit verlieren.

Um das Umzusetzen musst du oft interdisziplinär arbeiten. Das heißt, du musst aus deiner Komfort-Zone kommen. Kooperationen brauchen einen gemeinsamen Nenner, der natürlich etwas mit deinen Angeboten zu tun haben sollte, aber eben auch etwas Neues sein wird. Zwei Menschen sind nie genau gleich und haben eine Schnittmenge, die 100% beträgt. Um einen gemeinsamen Nenner zu finden, wirst du wahrscheinlich etwas Neues wagen müssen.

Welche Kooperationsmöglichkeiten gibt es?

  • Gehe in der Produkt- oder Servicekette vor oder zurück. Welcher Schritt steht vor oder nach deinem Angebot? Gibt es hier mögliche Kooperationspartner? Bietest du beispielsweise Kosmetikartikel an, dann kooperiere mit Produktionsfirmen oder falls es wieder möglich wird Event-Veranstaltern.
  • Suche nach Personen, die die gleiche Zielgruppe haben, wie du. Vertreibst du Fitness-Riegel, dann arbeite mit Fitness-Studios oder digitalen Fitness-Communities zusammen.
  • Kooperiere mit größeren Unternehmen. Das ist eine sehr heikle Sache und sollte auf jeden Fall ganz offen kommuniziert werden. Große Unternehmen haben in der Regel den Ruf, dass sie sich alles erkaufen können und du solltest ganz klar machen, warum du mit diesem Unternehmen arbeitest und was das Ziel hinter eurer Zusammenarbeit ist. (Es sollte natürlich nicht das Geld sein. 😉 )

Medien-Einsatz

Ja Medien im Internet waren schon immer eine wichtige Sache. Trotzdem oder vor allem deshalb gehören sie auf jeden Fall in die Trend-Liste. Durch immer mehr digitale Inhalte, wird der Einsatz der richtigen Medien immens wichtig. Selten hat jemand Zeit sich einen Artikel durchzulesen, von dem er nichtmal sicher ist, ob er interessant für ihn ist. Darum wird er ihn überfliegen und sich die Medien ansehen. Ebenso wird er sich nur die Thumbnails der Videos ansehen, um zu entscheiden, oder das Cover des Prodcasts.

Durch die immer besser werdende Technik ist es aber nicht nur wichtig, so viele Medien wie möglich einzusetzen, sondern auch qualitativ hochwertige. (Wir sind uns natürlich alle darüber im Klaren, dass die Google Bildersuche KEINE Option ist, für den legalen Einsatz von digitalen Medien.)

Wo kommen Medien zum Einsatz?

Oft ist ein Bild der erste Kontaktpunkt zur Zielgruppe. Das können sein:

  • ein Social Media Post
  • das Video Thumbnail
  • das Profilbild
  • das Cover oder Titelblatt

Achte darauf, dass deine Fotos gut ausgeleuchtet sind, die richtige Auflösung haben, nicht verwackelt sind und das Motiv schön platziert ist. Eine schöne Farb-Sprache ist außerdem ganz gut. Das ist beispielsweise der Fall, wenn alle deine Beiträge einen bestimmten Farbton aufweisen oder alle sehr hell gehalten sind, sodass sich ein schönes Gesamtbild ergibt.

Ebenfalls wichtig: halte ein durchgängiges Design ein. Überlege und entscheide dich für ein Design und wechsle es nicht wöchentlich.

Du kannst, gerade zu Anfang, kostenfreie Dienste wie canva nutzen. Diese haben oft schon vorgefertigte Designs, die du nur anzupassen brauchst.


Direktkontakt

Life Event

Die schon oft besprochene gesellschaftliche Entwicklung und Isolierung führt zu einem erhöhten Kontaktwunsch. Dazu kommt, dass es technisch sehr gut möglich ist. Beides zusammen lässt die Erwartung für direkte als nicht zeitversetzte Kontakte zwischen Kunden und Verkäufer steigen. Das muss nicht zwangsläufig 1 zu 1 sein.

Du kannst

  • einen Chat auf deiner Webseite einbauen
  • einen Lifestream starten
  • Video-Calls
  • Messenger ohne Bot
  • du kannst sogar zusammen mit deinen Interessenten einen Film schauen.

User Generated Content

Content ist King! Das habe ich zum ersten Mal vor 10 Jahren geschrieben. Und trotzdem schafft es dieser Satz auch heute noch in die Trend-Liste. Es wird aber immer schwieriger, genug neuen Content zu erschaffen. Trotzdem ist es ein Must Have im digitalen Marketing.

Du kannst es dir aber zumindest zu einem kleinen Teil ein bisschen einfacher machen und deine Interessenten mit einbinden.
Oft erstellen diese nämlich sehr gerne Content für Unternehmen.

Lasse deine Kunden Fotos von deinen Produkten machen, die du dann featuren, retweeten oder der Webseite einbinden kannst (Achtung: Datenschutz und Urheberrecht beachten.)

Oder erstelle einen Wettbewerb und hilf damit nicht nur dir, sondern auch anderen zu mehr Reichweite.


Ethik und Standpunkt in der Marketing-Kommunikation

Ethik war im Marketing sehr lange eher ein notwendiges Übel. Ab einer gewissen Firmengröße musste man sich mit diesem Thema auseinander setzen. Heute ist die Menschheit sehr viel involvierter und legt großes Augenmerk auf die Ethik eines Unternehmens. Und damit ist nicht nur der Ethik-Beauftragte im Konzern gemeint, sondern auch der Standpunkt jedes Freelancers und die Motive jedes Selbstständigen.

Das darf nicht falsch verstanden werden. Jedem ist klar, dass man das alles nicht nur aus gutem Willen macht, sondern man sich und seine Familie ernähren möchte. Aber: es geht nicht um Umsatz um jeden Preis.

Die innere Einstellung

  • Dein Produkt ist vielleicht nicht das einzige auf dem Markt und deine Kunden sind nicht gezwungen bei dir zu kaufen, du freust dich aber, wenn sie es tun.
  • Du bist dankbar, wenn jemand dein Kunde wird. Auch wenn du eine Million auf dem Konto hast und das Gekaufte 1 Euro wert ist, bist du dankbar für das Vertrauen, dass der Kunde dir entgegenbringt.
  • Du bietest nicht nur hochpreisige Produkte an, weil du gerne jedem deine Angebote verfügbar machen möchtest. Du und deine Kunden sind sich aber dessen bewusst, dass du dich deshalb nicht in den Ruin stürzen musst und darum bietest du eben zu einem geringeren Preis auch weniger an.

Dein Standpunkt bei wichtigen Themen

Früher galt: halte alle verfänglichen Themen aus der Unternehmens-Kommunikation heraus. Keine Politik, keine gesellschaftskritischen Themen.

Heute gilt: Auch wer schweigt, macht damit seinen Standpunkt klar. Nichts zu einem Thema zu sagen, gilt als stillschweigende Zustimmung. Gerade jüngere Generationen legen aber viel wert darauf, dass Unternehmen sich klar positionieren, sich erheben und nicht stillschweigend zusehen.

Damit meine ich aber nicht, dass du politisch werden solltest und Partei xy unterstützen oder über Menschen mit einer anderen Meinung schlecht reden solltest. Vielmehr geht es um die Themen:

  • LGBTQIA+
  • Diversity
  • Gender Equality
  • Inklusion
  • Anti-Rassismus
  • Honor the Creator
  • Akzeptanz unterschiedlicher Meinungen

Das beginnt übrigens schon bei der Erstellung der Webseite. Google legt großen Wert auf Barrierefreiheit. Sind deine Inhalte auch für sehbehinderte Menschen gut erreichbar? Das heißt, hast du an alternative Bildbeschreibungen gedacht und beschreibst deine Links?

Anmerkung: Ich dachte früher immer, dass diese Themen einfach verschwinden, wenn wir sie ignorieren. Für mich ist jeder Mensch gleich viel wert und auch meine Kinder können sich nicht vorstellen aufgrund von Aussehen, Geschlecht oder der eigenen Orientierung einen Unterschied zu machen. Ich dachte, das reicht aus. Leider tut es das aber noch nicht. Es gibt nämlich genug Menschen, die diese Vorurteile am Leben erhalten und darum ist ein Stillschweigen dazu ein eine stille Zustimmung. Das ist, wie wenn ein Produkt nur negative Bewertungen bekommt, weil die Menschen, die damit zufrieden sind nichts tun, auch wenn sie in der Überzahl sind. Nur wenn wir ganz klar Stellung beziehen, wird sich etwas ändern.


Wohlfühl-Faktor

Mann fühlt sich digital wohl

Lange war es technisch nicht Möglich. Mittlerweile schon. Den Wohlfühl-Faktor online schaffen. Genau wie in der Präsenz, so kaufen auch in der digitalen Welt Menschen vermehrt, wenn sie sich wohlfühlen.

Noch vor einigen Jahren waren die technischen Möglichkeiten gerade ausreichend, um ein vernünftiges Einkaufen in einem Baukasten-Online-Shop zu ermöglichen, der wenn man Glück hatte, auch richtig angezeigt wurden. (Wenn man Pech hatte, war der Button nicht anklickbar oder der Content war außerhalb des Bildschirms.)

Heute ist die Technik zu noch viel mehr in der Lage und du solltest diese auch nutzen, um eine Wohlfühl-Atmosphere zu schaffen. Dazu gehören:

  • Vorausgefüllte Formulare ermöglichen
  • Leichte und übersichtliche Webseitenführung
  • 1-Klick Käufe
  • Shop from Post
  • Wohlfühl-Content (Musik, Kunst oder Poesie)
  • 3D Erlebnisse einbinden

Gerade der Weg hin zu 3D beginnt gerade. Momentan reicht die Standard-Technik für ein simuliertes 3D Erlebnis auf der Webseite aus. Dabei werden Grafiken auf unterschiedlichen Ebene positioniert und dann beim Scrollen unterschiedlich schnell oder in unterschiedliche Richtungen bewegt. Doch die Entwicklung geht rasant voran und ich kann mir gut vorstellen, dass in einigen Jahren Webseiten langsam durch virtuelle 3D Show-Rooms ersetzt werden.


Emotionales Marketing

Im letzten Jahr wurden wir isoliert und mussten mit neuen unbekannten Gefahren umgehen. Wir haben gelacht, geweint und gewütet. Die Emotionen sind aufgewühlt. In diesem Zustand sind die Menschen kaum empfänglich für neutrale und wissenschaftlich angehauchte Nachrichten. Wir wollen das alles als Menschheit überstehen, egal welche Ansichten wir zum momentanen Weltgeschehen haben.

Darum muss das digitale Marketing die gleiche Sprache sprechen. Du musst den emotionalen Nerv der Zeit treffen. Es darf episch, bewegend, aber vor allem hoffnungsvoll sein. Und ja, das geht auch bei erklärungsbedürftigen Angeboten oder Alltagsgütern.

Welche positiven Gefühle vermittelt dein Angebot? Wie fühlen sich die Käufer und vor allem, wo stehst du als Verkäufer.

Um es anschaulicher zu machen, vergleichen wir es mit Musik. Viele – gerade auch junge – Menschen hören nicht mehr nur eine Musikrichtung wie „Pop“ oder „Rock“, sondern vielmehr Musik, die ein bestimmtes Gefühl auslöst. Zur richtigen Zeit, das richtige Gefühl. Du wärst überrascht, wie unterschiedlich die gehörte Musik dabei ist.


Generationen-Marketing

Wir werden geprägt durch unsere Kindheitserfahrungen. Was wir in unseren ersten Lebensjahren erleben, beeinflusst die Art, wie wir denken und fühlen. Es beeinflusst wie wir handeln und warum. Dabei spielt nicht nur unser nahes Umfeld eine Rolle, sondern auch das Weltgeschehen.

Durch den Rückzug aus der Öffentlichkeit im letzten Jahr, fehlten den Menschen enorm die sozialen Kontakte. Eine ganz natürlich Reaktion war es darum, eine Art Gemeinschaftsgefühlt zu schaffen. Der Wunsch nach Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe. Der Umstieg auf vermehrte digitale Kontakte, erleichterte es den Menschen, diese Gruppe ortsunabhängig zu wählen. Darum wurde ganz natürlich das Generationen-Verhalten verstärkt. Betrachte dir doch einmal die unterschiedlichen Generationen-Modelle und deren Ausprägungen und du wirst überrascht sein, wie zutreffend diese oft sind. (Die Ausnahme bestätigt natürlich dabei die Regel.)

Warum ist das für digitales Marketing interessant?

Auch ohne das Wort Generationen-Marketing, hat man im Marketing schon immer versucht, altersgruppengerecht zu werben. Es gibt Plattformen, auf denen eine jüngere Zielgruppe zu finden ist und es gibt Plattformen, auf denen eine ältere Zielgruppe zu finden ist. Durch die erhöhte Gruppenzugehörigkeit, sowie die soziale Ortsunabhängigkeit ist das Clustering dieser Zielgruppe aber verstärkt worden. Erstmals sind die Unterschiede zwischen verschiedenen Generationen so gut sichtbar und auch für Marketing-Zwecke nutzbar.

Was bedeutet das konkret?

Wir sollten im Marketing aufhören ständig zu fragen: „Wo finde ich meine relevante Zielgruppe?“. Wir sollten nicht mehr überlegen, ob die Farben poppig genug für einen Jugendlichen sind. Stattdessen sollten wir uns fragen „Was bewegt meine Zielgruppe?“, „Warum tut sie bestimmte Dinge?“ und „Was sind die Hoffnungen und Wünsche?“.

Manch einer wird keinen großen Unterschied in diesen Vorgehensweisen sehen. In der Realtität macht es aber einen enormen Unterschied und man sieht, welche Firmen das „Warum“ begriffen haben und welche nicht.

Warum nutzen viele Menschen der Generation Z TikTok? Weil es schnell ist, weil wichtige Botschaften sich schnell in kurze Statements packen lassen? Weil du dich nicht lange vorbereiten musst? Du das nötige Maß an „nicht-entscheiden“ einsetzen kannst, da die Videos durchgerollt werden? Weil es einfach zu ihrer Lebensart passt? Weil viele Menschen die ähnlich ticken, die Plattform nutzen? Weil es weniger Hate und mehr Platz für Kreativität gibt?
Und wenn du das für dein Marketing verstanden hast, dann ist es sehr viel einfacher, die von dir gewünschte Personengruppe auch zu erreichen. Und nicht dabei zu wirken, wie jemand dem einfach gesagt wurde, er muss „halt mal auf TikTok was machen“.


Virtuelle Events und E-Learning

Für Event-Veranstalter war das die Frage des letzten Jahres: Digital oder Präsenz?

Auch wenn die Lockerungen voranschreiten, wird es meines Erachtens noch einen großen Raum für digitale Veranstaltungen geben. Zum einen, sind sich viele Menschen einfach noch weiter unsicher und planen nicht gerne weit voraus. Zum anderen haben sie sich aber auch an digitale Angebote gewöhnt. Die Hemmschwelle ist weg und es hat sich herausgestellt, dass es manchmal doch gar nicht so schlecht ist keinen Anfahrtsweg zu haben und kein Hotel buchen zu müssen.

Das Selbe gilt auch für die Teilnahme an Schulungen und Lehrveranstaltungen. Wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat, funktioniert das nämlich erstaunlich gut. Und es kommt dem Punkt Zeit und Effektivität (siehe unten) zu Gute.

Dabei ist es egal, welche Technik du nutzt. Legst du deinen Kunden einen eigenen Member-Bereich mit Learning-Hub an, verschickst du E-Mails, machst Zoom-Calls oder nutzt Tools wie discord? Hauptsache ist, du begleitest deine Kunden in einer Weise, die zu dir, zu ihnen und zum Thema passt.


Zeit und Effektivität

Mann hält an der Zeit fest

So viel sich momentan auch um das eigene Wohlbefinden, Gleichheit und Meinungsfreiheit dreht, so wenig entspannt sind die Menschen mit sich selbst.

Die Effektivität steht an erster Stelle. Schon in der Grundschule beträgt das Arbeitspensum oft mehr als 8 Stunden am Tag. Die Grundschultasche wiegt an manchen Tagen mehr als 6kg.
Nicht nur lesen lernen wir also in der Schule also fürs Leben, sondern auch Zeitstress und Arbeitslast.


Wir pendeln zwischen Arbeit und Privatleben, wir wollen uns Erinnerungen schaffen und so viel wie möglich erleben. Wir haben oft einen größeren „Freundeskreis“ und sind rund um die Uhr erreichbar. Wir verschicken Sprachnachrichten, getippte Nachrichten und surfen zwischendurch in sozialen Netzwerken um zu sehen, was die anderen Menschen zwischen ihren Nachrichten alles noch tun können.

Wir lesen keine Artikel mehr, sondern scrollen zum TL;DR (To long; didn’t read)-Abschnitt. Wir lassen uns Bücher zusammenfassen und vorlesen, weil wir keine Zeit mehr haben, sie selbst zu lesen. Unsere Termine sind minütlich getaktet und wir sind daran gewöhnt.

Im Kontrast zum Wohlfühl-Content steht die Zeit und Effektivität. Doch es ist kein Widerspruch in sich. Die Normalität der heutigen Zeit ist die Effektivität und das Leben auf Zeit. Gerade deshalb versuchen die Menschen sich bewusst Zeit für das Schöne und ruhige zu nehmen. Zugegeben, manchmal stellen sie sich einen Wecker, um zu wissen wann sie damit wieder aufhören müssen, aber immerhin.
Und wenn sogar beides gleichzeitig möglich ist, dann umso besser.

Schaffst du es das Wohlbefinden mit Zeitersparnis und Effektivität zu kombinieren, dann ist das DAS Verkaufsargument. Ein gutes Beispiel: „Mit unserer App nur 5 Minuten pro Tag meditieren und du bist ein neuer Mensch“.

Fazit oder auch TL;DR (Too long; didn’t read)

Die digitalen Marketing-Trends in diesem Jahr haben sich, im Vergleich zum letzten Jahr, nochmal ein gutes Stück weiterentwickelt. Wohin geht die Reise? Die oben genannten Punkte sind ein Auszug der momentanen Situation. Das ist aber nicht ganz richtig. Die Entwicklung schreitet weiter voran und du solltest sie unbedingt beobachten. Gerade digital ist es wichtig neue Trends frühzeitig zu berücksichtigen.

Übergeordnet kann man sagen: sei ehrlich, sei nett und höflich, zeige deine Gefühle, achte auf Qualität, nutze alle dir angebotene Technik, kommuniziere direkt und achte auf die Wünsche und Bedürfnisse deiner Zielgruppe.

Informiere dich über:

  • Influencer Marketing
  • Qualitativ hochwertige Medien
  • Direktkontakt
  • User Generated Content
  • Den Wohlfühl-Faktor
  • Emotionales Marketing
  • Generationen-Marketing
  • Virtuelle Events und E-Learning
  • Zeit und Effektivität

Wie du dein Marketing gestaltest hängt von dir und deinen Angeboten ab.

Wichtig ist: Sichtbar werden! Kooperiere, gehe in den direkten Kontakt und nutze Synergien richtig aus.

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Über den Autor

B. Sc. BWL/Marketing mit Spezialisierung auf digitale Medien, Consultant im Bereich SEA/SEO, Social Media, Content Marketing, Email-Marketing und Webdesign. Google AdWords Certified.