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LinkedIn – Pronomen in der Bio angeben

von | Jun 23, 2021 | Basics, Kommentar

3 Minuten durchschnittliche Lesezeit

Seit einiger Zeit ist es möglich auf seinem LinkedIn Profil neben seinem Namen auch das bevorzugte Pronomen angeben zu können. Warum ist das überhaupt notwendig?

Pronomen anzugeben verhindert, dass nicht-binäre Menschen falsch angesprochen werden. Auch als Cis**-Mann („er/sein“ bzw. „he/him“) oder -Frau („sie/ihr“ bzw. „she/her“) kannst du das tun, um eine sichere Umgebung für trans-, nicht-binäre oder genderfluid Menschen zu schaffen und deine Unterstützung zu zeigen.
(**Als CIS bezeichnet man Personen, die sich mit ihrem Geburtsgeschlecht identifizieren.)

Du findest die Funktion in deinem LinkedIn-Profil*. Klicke dazu auf das Stift-Symbol rechts oben. In dem sich öffnenden Fenster kannst du unter deinem Namen dein Pronomen angeben und die Sichtbarkeit festlegen.

(*User-Berichten zu Folge ist diese Option noch nicht bei allen Accounts ausgerollt. Wenn du sie noch nicht in deinem Profil findest, musst du dich wahrscheinlich noch ein wenig gedulden)

So sieht die Option Pronomen im LinkedIn Profil aus.

Du bist hier völlig frei in deiner Angabe. Hast also anders als bei der üblichen Funktion „Anrede“ keine Dropdown-Auswahl. Warum ist das wichtig?

Die Auswahl der Pronomen, mit denen Menschen sich heutzutage identifizieren ist lang und ich selbst würde lügen, würde ich behaupten alle zu kennen. Eine einfache Textbox gibt jedem Menschen die Freiheit der zu sein, der er sein will.

Ist das unnütz?

Als Cis-Frau muss ich zugeben, dass ich mich noch vor einigen Monaten kaum mit diesem Thema beschäftigt habe. Ich dachte, es reiche doch vollkommen aus, wenn nur Personen ihr Pronomen angeben, die nicht eindeutig ihrem gefühlten Geschlecht zugeordnet werden können.

Dann viel mir auf, dass es eigentlich unmöglich ist dabei eine Grenze zu ziehen. Wie männlich muss ein Mann aussehen, dass ich „ihn“ mit „er“ anspreche oder andersherum?!

Dann viel mir auf, dass ich mir bei der ein oder anderen E-Mail in der Vergangenheit tatsächlich schon gewünscht hatte, das Geschlecht des Absenders zu kennen. Ich erinnerte mich daran, einige Minuten lang spanische Vornamen gegoogelt zu haben, um zu wissen, ob ich Herr oder Frau „Soundso“ zurückschreiben muss.

Mir persönlich ist mein Pronomen nicht wichtig. Ich habe mir nie ernsthaft Gedanken darum gemacht, wurde ich doch immer als das Geschlecht angesprochen, als das ich mich betrachte. Was ich dabei nicht gesehen habe ist, dass es Menschen gibt, die sich dadurch ernsthaft verdammt schlecht fühlen. Mir wurde klar, ich muss nicht nachvollziehen können, warum es bei diesen Menschen anders ist, als bei mir. Ich muss mich nicht hineinversetzen können. Das kann ich nicht. Aber: Ich muss akzeptieren, dass es bei diesen Menschen so ist und ich muss das respektieren.
Denn: Jedem der nicht-binär ist, ein Schild in die Hand zu drücken auf dem steht „ich bin anders als die meisten Menschen“, das funktioniert nicht. Also besser: Lasst uns alle ein Schild in die Hand nehmen. Dann ist jeder Mensch anders als der andere, denn keiner ist gleich.

Was du auf keinen Fall tun solltest

Wenn du keine Lust auf ein Pronomen auf LinkedIn hast, lasse es einfach aus.

Gib hier keine lustig gemeinten Begriffe ein, um das Ganze ins Lächerliche zu ziehen. Es ist vielen Personen wichtig, dass es dieses Feature gibt.

Anmerkung: Ich schreibe über dieses Thema als Laie, weil ich es wichtig finde. Falls ich Begriffe falsch benutze oder nicht umfassend genug aufzähle, freue ich mich über Anregungen.

Mehr zum Thema respektvoller Umgang im Netz schreibe ich im Kommentar über „Netiquette 2021„.

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Über den Autor

B. Sc. BWL/Marketing mit Spezialisierung auf digitale Medien, Consultant im Bereich SEA/SEO, Social Media, Content Marketing, Email-Marketing und Webdesign. Google AdWords Certified.